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Freitag, 30. August 2013

Vier Stunden pro Tag in Bus & Bahn haben sich wirklich jedes Mal gelohnt

In meinem ersten Semester BWL an der Universität Mannheim habe ich meine Vorliebe für finanzmathematische Themen entdeckt und im Winter 2013 stand für mich die Suche nach Praktika für die Semesterferien im Sommer an. Auf dem Online-Portal „praktikum.info“ habe ich dann die Stellenanzeige der cometis AG gefunden, die mich, genauso wie die Unternehmensdarstellung auf der cometis-Website, schnell angesprochen hat. Mich hat dabei besonders gereizt, an der Schnittstelle zwischen Kapitalmärkten und Kommunikation tätig zu werden. Zwei Wochen und ein Vorstellungsgespräch später hatte ich dann die Zusage für die Stelle.

Mitte Juni 2013 kam schließlich mein erster Tag bei cometis, der mitten in eine heiße Phase fiel: Viele der neuen Kollegen arbeiteten an den Halbjahresberichten. Dementsprechend konnte ich zügig interessante Aufgaben übernehmen.

Besonderes Highlight war für mich die Mitarbeit an Geschäftsberichten. Für einige unserer Kunden habe ich die Marktberichte verfasst. Es war eine wirklich spannende Aufgabe, Konjunktur- und Marktdaten aus verschiedenen Quellen in einen griffigen Text zu kondensieren, der das Marktumfeld des Unternehmens beschreibt. Durch diese Arbeit habe ich viel über den Umgang von Konjunkturindikatoren in einzelnen Branchen gelernt. Nun weiß ich, für wen das GfK-Konsumklima oder die Nettokaltmiete pro Quadratmeter welche Bedeutung hat oder welche Informationen der World Economic Outlook des IWF im Detail bereitstellt. Genauso kenne ich nun die Berichte, Kennzahlen und Verbände der jeweiligen Branchen.

Später durfte ich dann auch eigenständig eine Analyse über die Ertrags-/ Vermögens- und Finanzlage für den Halbjahresbericht einer unserer Kunden entwerfen. Bei dieser Aufgabe hat mir sehr gut gefallen, dass ich hier viel über mein Lieblingsgebiet Corporate Finance gelernt habe. Denn am Anfang gab es nur mehrere Word und Excel-Listen, die ich dann zusammengeführt und ausgewertet habe. So konnte ich mein Wissen über Unternehmenskennzahlen deutlich erweitern. Nicht zuletzt habe ich viele Berichte kontrollgelesen, wobei ich die Kennzahlen durch ausführliche eigene Kalkulationen in den Excel-Dokumenten überprüfen musste.

Ein Projekt, was mich über die gesamte Praktikumszeit begleitet hat, war eine Anleiheemission. Für die Bond-Story war dabei sehr viel Recherche über das Umfeld der Emittentin nötig. Daher habe ich eine tiefgehende Umweltanalyse (PEST-Analyse) angefertigt, in der ich auf die makroökonomischen, soziologischen und auch regulatorischen Gegebenheiten eingehen musste. Basis waren dabei Unterlagen des Unternehmens selbst sowie Publikationen anerkannter Institute. Im weiteren Verlauf wurde ich beauftragt, Research über bestimmte Themenaspekte zu betreiben und war bei vielen Besprechungen oder Telefonkonferenzen mit dabei. Insofern hat das Praktikum mir auch einen Einblick in die Arbeit einer aus verschiedenen Unternehmen bestehenden Arbeitsgruppe gegeben.

Als nachmittags die Assistenz nicht mehr anwesend war, habe ich Anrufe für die Kollegen angenommen. Zugegeben, hätte ich nicht gedacht, dass es durchaus schwierig werden kann, innerhalb weniger Minuten das Anliegen verschiedener Kunden entgegenzunehmen. Genauso war es nicht immer einfach, selbst Informationen über das Telefon zu erfragen: Einige Male war es meine Aufgabe, die richtigen Ansprechpartner bei Medien in Deutschland, Österreich und der Schweiz herauszusuchen. Dabei gab auch den ein oderanderen Gesprächspartner, der sich zunächst etwas verschlossen gezeigt hat. Aber dadurch kann ich jetzt am Telefon sehr viel sicherer agieren.

Das Praktikum hat mir außerdem gezeigt, dass Unternehmensberatung manchmal auch aus anstrengenden Tätigkeiten wie der Datenbankpflege bestehen kann. Wenn man schon seit vielen Stunden an der gleichen Kontaktliste arbeitet, weicht irgendwann die Konzentration. Doch korrekte Datenbanken sind häufig die Basis für gute Arbeit – das wurde mir hier schnell klar.

Neben der Datenbankpflege habe ich auch mitgeholfen, Texte für diverse Anlässe zu schreiben. Das konnten Kurzporträts des Managements für die Website genauso wie Pressemitteilungen über eine Anleiheemission sein. Gerade das hat mir nicht uninteressante Einblicke in ganz verschiedene Themengebiete gegeben. Weil viele dieser Texte auf Englisch verfasst oder ins Englische übersetzt werden mussten, hat mein Vokabular ebenfalls profitiert.

In meinen zehn Wochen im Unternehmen ist mir auch bewusst geworden, wie flexibel man als Unternehmensberater arbeiten muss: Man ist gerade mit der einen Aufgabe beschäftigt, wenn etwas Dringendes dazwischenkommt. Dadurch lernt man, sich innerhalb kürzester Zeit in ganz unterschiedliche Themen einzuarbeiten, ohne den Überblick zu verlieren.

Besonders loben will ich die wirklich angenehme und kollegiale Atmosphäre bei cometis. Vom ersten Tag an wurde ich herzlich aufgenommen und auch ernst genommen. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, die „klassischen“ Praktikantenaufgaben machen zu müssen. Die Kollegen geben konstruktive Feedbacks, aus denen man eine Menge lernen kann. Weil mich die Kapitalmärkte so interessieren, habe ich viele Fragen zu dieser Thematik gestellt, die mir sofort bereitwillig beantwortet wurden. Die kostenfreie Verpflegung in der Küche hat die Tage zusätzlich versüßt.

Als Fazit möchte ich gerne unterstreichen, dass mir die Zeit bei der cometis sehr viel Spaß gemacht hat und ich dieses Praktikum definitiv weiterempfehlen werde. Die vier Stunden pro Tag in Bus & Bahn haben sich wirklich jedes Mal gelohnt, weil ich jeden Abend das Büro mit dem Gefühl verlassen habe, wieder etwas Neues gelernt zu haben. cometis werde ich somit in sehr guter Erinnerung behalten.



Hendrik Krümpelmann, Praktikant, 18. Juni bis 31. August 2013

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